Eine Schule für alle

Seit dem Schuljahr 2012/13 wandelt sich die Mühllbachschule von der Grund- und Werkrealschule Schritt für Schritt in eine Gemeinschaftsschule, in eine „Schule für alle“. Die damit einhergehenden Veränderungen sind nachhaltig und wurden von Rektor Wolfgang Kirschner zusammengefasst. Seine nachstehende Einschätzung und Zwischen-Bilanz erschien zwar schon im April 2013, ist aber grundsätzlicher Natur, daher aktueller denn je:

Die Gemeinschaftsschule Schemmerhofen liegt im nördlichen Landkreis Biberach im Herzen Oberschwabens, jeweils ca. 15 Kilometer von den Städten Biberach, Laupheim, Ehingen und Munderkingen entfernt. Die Gemeinde Schemmerhofen ist die einwohnerreichste Landgemeinde im Kreis Biberach und die Schule die größte Grund- und Werkrealschule, jetzt Gemeinschaftsschule, auf dem Land. Wir haben zurzeit 578 Schüler auf 24 Klassen bzw. Lerngruppen verteilt. An unserer Schule arbeiten 52 Lehrer und Lehrerinnen, eine Sozialarbeiterin, zwei junge Frauen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr bei uns absolvieren, ein Erzieher im Anerkennungsjahr, zehn Jugendbegleiterinnen, eine Pädagogische Assistentin, zwei Sekretärinnen, ein Hausmeister und noch andere Angestellte. (Stand: Dezember 2014)

Da wir seit mehreren Jahren inklusiv unterrichtete Schüler bei uns an der Schule haben, gehören auch Sonderpädagogen mit verschiedenen Fachrichtungen zu unserem Kollegium. Unser Schulgebäude gliedert sich in vier verschiedene Bauabschnitte. Schon vor der Einrichtung der Gemeinschaftsschule hatten wir ein Raumdefizit, was der Gemeinde auch bewusst war, und so kam sie vor zwei Jahren auf die Schule zu, um mit einem Anbau dieses Problem zu lösen. Daraufhin bildete sich um die Schulleitung eine Lehrergruppe, um diesen Anbau mitzugestalten, was den Beginn der Gemeinschaftsschule Schemmerhofen bedeuten sollte.

 

Prozess

An unserer Schule hatten wir schon zu Zeiten der verbindlichen Grundschulempfehlung immer Schüler mit Realschul- und Gymnasialempfehlungen, die bei uns bleiben mochten. Viele machten den mittleren Bildungsabschluss bei uns, und nicht wenige wechselten danach auf ein berufliches Gymnasium, um das Abitur zu machen. Das lag an mehreren Gründen. wie der beschriebenen geographischen Lage und - was aber viel wichtiger ist: an unserer Schule. In der Primarstufe dreizügig und der Sekundarstufe zweizügig haben wir eine Größe, in der alle schulischen Angebote möglich sind, und doch sind wir familiär und kennen unsere Schüler alle mit ihrem Namen. Wir wissen um ihre Probleme, Fähigkeiten und Geschichten von Klasse 1 bzw. 5 an. Sie fühlten und fühlen sich auch jetzt einfach wohl bei uns.

So war es für die Lehrkräfte und die Schulleitung keine Frage, ein pädagogisches Konzept anzubieten, das noch stärker auf die individuellen Fähigkeiten des einzelnen Schülers eingehen sollte, und wir ihnen auch verschiedene erweiterte Schulabschlüsse bieten wollten. Kurz darauf kam von der grün-roten Regierung das Signal, Gemeinschaftsschulen einzuführen. Diese neue Schulart entsprach genau unseren zuvor entwickelten Vorstellungen. So machten wir uns also auf den Weg, die Mühlbachschule zur Gemeinschaftsschule werden zu lassen. Das bedeutete für uns, Bewährtes aus unserem schulischen und pädagogischen Arbeiten zu sichten und zu werten. Viele Punkte in unserem individuellen Gemeinschaftsschulkonzept sind nichts neu Entwickeltes, sondern konsequente Fortführung und Weiterentwicklung unserer bisherigen Arbeit. So zum Beispiel individuelles Arbeiten, Selbstkontrolle und Selbststeuerung des Lernprozesses. Für anderes, wie zum Beispiel strukturelle und organisatorische Abläufe, holten wir Erfahrungen und Modelle bei anderen Schulen, unter anderem in der Schweiz, durch Hospitationen und Gespräche ein. So entwickelten wir unser Konzept in pädagogischer, organisatorischer und struktureller Hinsicht, und unsere Gemeinschaftsschule - die Mühlbachschule - entstand.

 

Veränderungen

Von Anfang an haben wir unser Konzept als dynamisch und flexibel gesehen, offen für Verbesserung und Entwicklung. Jede Gemeinschaftsschule darf sich in ihrem Konzept auch unterscheiden und ein eigenes Profil schaffen. Doch einige Punkte unseres Konzeptes erscheinen uns als grundlegend und essenziell, so dass wir näher darauf eingehen möchten.

Gemeinschaftsschule heißt auch immer Ganztagesschule. Das bedeutet nicht mehr Unterrichtsstunden, sondern mehr Zeit zum Lernen und den Lernstoff zu verinnerlichen. Lernen braucht Zeit, Raum und ein positives Grundgefühl. Unsere Schüler sind von 7.55 Uhr bis 15.25 Uhr, außer freitags, an der Schule. Da wir sehr von den Buslinien abhängig sind, wir haben Schüler aus 26 verschiedenen Ortschaften, führten wir ein freiwilliges Schulfrühstück ein. Das bedeutet, dass unsere Schüler ab 7.30 Uhr im Aufenthaltsraum Müsli, Tee und Obst einnehmen können. Gleichzeitig gibt es jeden Morgen noch ein kleines Programm im Aufenthaltsraum, und die Schüler können sich bis 8.45 Uhr dort aufhalten. Die Gemeinschaftsschüler beginnen mit dem Unterricht zwar schon um 7.55 Uhr, aber das Frühstück und der Aufenthaltsraum stehen ja für alle unsere Schüler offen. In der Mittagspause können die Schüler in der Mensa essen. Danach stehen ihnen der Aufenthaltsraum, die Sporthalle und die Bibliothek zur Verfügung. Uns erscheint es wichtig, auch in der Mittagspause Freizeitangebote für die Schüler zu machen. Sie sollen sich wohl fühlen und ihre Zeit auch mit ihren Mitschülern außerhalb des Unterrichts erleben können. Im Aufenthaltsraum gibt es verschiedene Angebote, und in unserem Ruheraum kann man genau das finden, was der Name schon sagt.

Der für jeden Besucher auffälligste Unterschied zu bekannten Schulformen ist wohl der Lernraum. Lernen braucht Raum, und den versuchen wir trotz Raumknappheit unseren Schülern zu geben. Der Lernraum ist ein großer, aus ursprünglich zwei Klassenzimmern gebildeter Raum, in dem jeder Schüler seinen individuellen Arbeitsplatz hat. Er dient zu stillen Einzelarbeiten an den individuellen Aufgaben der Schüler. Jeder Schüler hat einen Arbeitsplatz mit genügend Stauraum für Bücher, Ordner und Hefte. Neben einer geforderten Grundordnung des Platzes darf jeder seinen Tisch individuell gestalten. Zum erfolgreichen Arbeiten gehört, dass man sich an seinem Arbeitsplatz heimisch und wohl fühlt. Im Lernraum herrscht Flüsterkultur. Wenn man Arbeiten in Partner- oder Gruppenarbeit erledigen möchte, muss man ihn also verlassen. Man kann dann im Vorraum, der mit Steh- und Gruppentischen ausgestattet ist, arbeiten. Zusätzlich gibt es noch zwei kleine Inputräume. Das sind Klassenzimmer im herkömmlichen Sinn. Hier finden Inputphasen statt, d. h. es werden Grundlagen eines Themas vermittelt und Arbeitsaufträge für das individuelle Lernen gegeben.

Ebenfalls ein großer Faktor fürs Wohlgefühl ist das Fehlen von Noten und von Hausaufgaben. Laut Schulgesetz darf die Gemeinschaftsschule keine Hausaufgaben geben. Es ist in unserem Konzept aber auch nicht nötig. Unsere Schüler erarbeiten sich ihren Lernstoff in der Schule. Sie bereiten Referate vor und üben sie mit ihren Klassenkameraden, sie lernen auf Lernstandskontrollen, deren Zeitpunkt sie individuell wählen Sie arbeiten daran, ihre Schwachstellen in einzelnen Lernfeldern zu beseitigen und bauen ihre Stärken und Fähigkeiten aus. Und das alles in der Schule, ohne Hausaufgaben. Wenn die Schüler um 15.25 Uhr die Schule verlassen, haben sie ihre Arbeit für den Tag erledigt und können ihre Freizeit genießen. Sie brauchen nicht einmal den Schulranzen mit nach Hause zu nehmen. Den Wegfall der Noten haben die Eltern der Lerngruppe 5 an einem Elternabend so beschlossen. Das ist für viele Außenstehende immer schwer nachvollziehbar. Aber denkt man an die Grundschulzeit der Klassen 1 und 2 zurück, in der keine Noten gegeben wurden und alles nur drauf abzielte, Lesen, Schreiben und die Grundrechenarten erfolgreich zu lernen, dann erinnert man sich, wie sorgenfrei und begeistert die Schüler dort gelernt haben und sich nicht ständig an Noten gehängt und sich mit andern verglichen haben. Das ändert sich leider oft in Klasse 3 und 4 mit dem Einführen der Noten. Des Weiteren muss man sich auch überlegen, was eine Note im Zeugnis eigentlich aussagt. Wenn man bedenkt, aus wie vielen einzeln überprüften Fähigkeiten eines Faches sich eine Note zusammensetzt, so wird schnell klar, dass sie über den genauen Kenntnisstand eines Schülers nicht viel sagen kann. Unsere Schüler bekommen einen Bericht, der die vorhandenen, aber auch die noch auszubauenden Fähigkeiten eines Schülers nennt. Dieser Bericht wird in einem Elterngespräch verdeutlicht. Wenn ein Schüler nun die Schule wechseln will, zum Beispiel wegen Wegzug, und Noten benötigt werden, dann können der Bericht und die erreichten Kompetenzen in Noten umgerechnet erden. Eine der wichtigsten Veränderungen ist die vom Lehrer zum Lernbegleiter. Dafür bedarf es einer Haltungsänderung - vom Belehrer zum Begleiter-, der nicht nach Schwächen eines Schülers sucht, um sie diesem aufzuzeigen, sondern mit ihm zusammen einen Weg findet, dessen Schwächen zu beheben und Fähigkeiten zu stärken. Wenn man diese einfache Tatsache genau mit allen ihren Konsequenzen lebt, dann ist eine enge Begleitung mit individueller Beratung und auf den Schüler zugeschnittene Lernaufgaben die logische Konsequenz. Wir nennen diese Begleitung Coaching, und jeder Lernbegleiter in der Gemeinschaftsschule hat ca. 14 Schüler, für die er dieser Coach ist. Es erscheint eine einfache Sache zu sein, aber oft ist Schule bisher das Gegenteil gewesen. Oft erscheint das Aufzeigen einer mangelnden Fähigkeit beim Schüler wichtiger zu sein als das gezielte Beheben dieses Mangels. Darum wären Noten auch diesem Prozess nicht zuträglich. Es ist so betrachtet eine einfache Sache, es bedarf dazu einer Haltungsänderung, zu der ein Lehrer bereit und fähig sein muss.

Unsere Lernbegleiter arbeiten im Team. Das heißt, sie unterrichten nach Möglichkeit nur in einer Lerngruppe, sie fungieren gemeinsam als Klassenlehrer. Ein enges Zusammenarbeiten der Lernbegleiter ist daher wichtig und ein elementares Element unseres Konzeptes. Das ist für manchen Einzelkämpfer vielleicht zu Beginn nicht so einfach, jedoch bietet die Arbeit im Team viele Vorteile. Eine verständliche Grundvoraussetzung ist das gute Harmonieren des Teams. Unsere Lernbegleiterteams haben zwei Stunden Teamsitzung in der Woche, in denen Planungen und Probleme besprochen werden. Sie verbringen auch einen größeren Teil ihrer Arbeitszeit in der Schule. Jeder Lernbegleiter hat in dem oben beschriebenen Lernraum seinen eigenen Arbeitsplatz mit Laptop und Arbeitsmaterialien. Sie bereiten dort Material und Inputphasen vor, korrigieren Lernstandskontrollen und planen den weiteren Lernweg ihrer Schüler. Auf diese Weise arbeitet das Team eng zusammen und die Kommunikation ist leichter. Auch für die Lernbegleiter gilt meistens, dass sie mit ihrer Arbeit fertig sind, wenn sie nach Hause gehen.

Mit dem Wandel der Rolle des Lehrers geht auch ein Rollenwandel des Schülers zum Lernpartner einher. Den Schülern bzw. Lernpartnern wird eine viel größere Eigenverantwortung bzw. Selbststeuerung und Selbsttätigkeit für ihren Lernprozess übertragen. Der Lernpartner darf sich nicht als Belehrter sehen, sondern als der, der in seinem individuellen Lernprozess Hilfe und Geleit erhält, den Weg aber selbst gehen muss. „Man kann den Hund nicht zum Jagen tragen“ – das gilt auch hier, aber man kann ihm zeigen, welchen Sinn das Jagen für ihn und sein weiteres Fortkommen hat, und ihm seinen Erfolg dabei aufzeigen und somit erreichen, dass er freiwillig und gern zum Jagen geht. So kann Lernen als sinnvoll und wichtig empfunden werden, und das möchten wir bei unseren Lernpartnern erreichen. Ein Schritt in diese Richtung sind auch die verschiedenen Stufen von Lernfreiheiten, die ein Lernpartner erreichen kann. Lernfreiheiten heißt, man hat verschiedene Vergünstigungen, sein Lernen zu gestalten. So zum Beispiel darf man, ohne einen Lernbegleiter zu fragen, über eine gewisse Zeit den Lernraum verlassen und im Vorraum arbeiten. Näher kann an dieser Stelle nicht darauf eingegangen werden, das würde den Rahmen sprengen. Lernfreiheiten erlangt man nicht durch gute Leistungen bei Lernkontrollen, sondern durch zuverlässiges, strukturiertes und eigenverantwortliches Verhalten im Lernprozess. Also auch ein schwacher Schüler kann Lernfreiheiten erreichen.

Unsere Lernpartner arbeiten nach Kompetenzrastern. Ein Kompetenzraster bildet die zu erreichenden Kompetenzen eines Faches in den jeweiligen Bereichen in aufeinander aufbauenden Einzelkompetenzen ab. So herrscht zu jeder Zeit Transparenz für die Lernbegleiter, Lernpartner und die Eltern. Transparent sind so der Lernfortschritt, die noch zu erreichenden Kompetenzen und das Leistungsniveau, auf dem der Lernpartner arbeitet. Dies gilt auch für unsere Inklusionsschüler. Diese arbeiten auf ihrem jeweiligen Niveau an ihren individuell zu erreichenden Kompetenzen. Das Miteinander der auf verschiedenen Niveaus arbeitenden Lernpartner bringt ein enormes Maß an sozialem und schulischem Lernen mit sich, was ein wichtiges Standbein unserer Vorstellung von Gemeinschaftsschule darstellt.

 

Erfahrungen

Unsere Erfahrungen sind sehr positiv. Die Eltern unserer Lernpartner, für die die Entscheidung zu Beginn sicher am schwersten war, da es doch - trotz aller Information von unserer Seite aus - ein kleiner Sprung ins kalte Wasser war, geben uns durchweg positive Rückmeldungen. Zu jeder neuen Informationsveranstaltung laden wir sie ein, und die Elternschaft kann dabei alle Fragen stellen, die ihnen auf dem Herzen liegen.

Ihre Kinder hätten sich verändert, sagen die Eltern, sie seien selbständiger geworden, würden gerne zur Schule gehen und hätten Freude am Lernen. „Ich erkenne meine Tochter gar nicht mehr“, sagte eine Mutter, als sie ihre Tochter am Schulfest beobachten konnte, wie diese selbstbewusst interessierte Besucher durch den Lernraum führte und ihn erklärte. „Ich würde mein Kind jederzeit wieder auf diese Schule schicken, und mein kleinerer Sohn kommt auch zu euch“, so eine andere Stimme.

Den Wegfall der Hausaufgaben und des Lernstresses im Elternhaus empfinden alle als Bereicherung und Entspannung im Familienleben. Das melden auch unsere Lernpartner zurück. Sie gehen gerne in die Schule, und viele kennen wir schon seit Jahren und können feststellen, dass sie freudiger und gelöster das Schulhaus betreten und den Tag verbringen. Viele bleiben freiwillig länger da, um ihre Ziele zu erreichen, und manchen muss man sogar ein wenig bremsen, dass er sich nicht zu viel Druck selbst aufbaut.

Unsere Lernpartner genießen die Freiheiten, ihren Lernprozess zu planen und selbst durchzuführen. Sie melden offen Förderbedürfnisse an ihren Coach weiter, weil sie begriffen haben, dass es zu ihrem Wohl ist, sie zu beheben und ihnen dabei geholfen wird. Sie haben Freude am kooperativen Lernen, und die Inklusion bietet ihnen vielfältige Lernanlässe im sozialen und schulischen Bereich. Kein Inklusionslernpartner wird ausgeschlossen oder gemieden. Im Gegenteil: Durch den Wegfall des Leistungsdrucks und des ewigen Vergleichs des Schulerfolgs rücken menschlichere Sichtweisen in den Vordergrund.

Unsere Lernbegleiter engagieren sich stark für die Gemeinschaftsschule. Auch sie mussten lernen und haben sich verändert. Die Arbeit im Team empfinden sie als sehr wichtig und muss menschlich und fachlich stimmen. Dann bringt das Team viel Sicherheit, Entlastung und Freude bei der Arbeit. Sie verbringen mehr Zeit an der Schule. „Ich hätte meine letzten Jahre nicht mehr so weitermachen wollen wie bisher“, sagt unser Lernbegleiter, der im vergangenen Jahr 60 geworden ist. Er hat wieder Energie und Lust, sich seiner pädagogischen Aufgabe zu widmen. „Das wollte ich schon seit 35 Jahren machen.“

 

Fazit

Unser gewählter Weg ist der richtige. Das können wir heute sagen. Es gelingt, wenn man Altes und Bewährtes mit Neuem zu einer glücklichen Einheit verbindet. Wir haben den Weg begonnen mit dem Gedanken, uns weiterzuentwickeln und uns ständig zu verbessern. Wir wollen aus Erfahrungen lernen und uns nicht starr an unser Konzept klammern.

Mit unseren nächsten Schritten wollen wir unsere Grundschule in die Arbeitsweisen und die Idee der Gemeinschaftsschule einbeziehen. Es soll ein bruchloser Übergang geschaffen werden.

In der Sekundarstufe wächst die Gemeinschaftsschule mit jedem neuen Schuljahr nach oben. Die Zahl der Anmeldungen in den Schuljahre 13/14 und 14/15 zeigten, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Bis ins Jahr 2017 ziehen sich bauliche Veränderungen: Neben einem Anbau werden wir unser jetziges Schulhaus unserer neuen Lernkultur anpassen. Der Raum muss als dritter Pädagoge dienen.

Wichtig ist für uns, wie für jede Schule, eine Lehrerzuweisung, die dem Profil, den Anforderungen, dem Bedarf und nicht zuletzt dem Wunsch der Schule entspricht. Nur so kann befriedigendes Arbeiten für alle Beteiligten stattfinden. Das gilt auch für die Zuteilung von Sonderschulkräften. Inklusion kann nur gelingen, wenn Sonderschulkollegen in das Kollegium integriert werden, das heißt, sie mit ihrem gesamten Deputat an der Schule sind und sich einbringen können.

Man hört auch viele kritische Stimmen zur Gemeinschaftsschule, und die Diskussion über diese Schulform wird auf eine politische Ebene gezerrt, wo sie am wenigsten zu suchen hat.

Es besteht in diesem Land seit der Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung die freie Wahlmöglichkeit. Keiner muss eine Gemeinschaftsschule besuchen, und uns ist es auch lieber, Kinder und Eltern entscheiden sich bewusst für unser Konzept und unsere Schule, da wir sie als Partner brauchen und sie so auch verstehen. Es sind noch Schranken in den Köpfen abzubauen. Das geht nach unserer Erfahrung nur durch das Erleben dieser neuen Schulform. Jeder Besucher bei uns, der sich bisher darauf eingelassen hat, ging überzeugt aus unserer Schule weg.

Für die Mühlbachschule ist der eingeschlagene Weg der richtige, und an seiner Weiterentwicklung werden wir ständig arbeiten.

 



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